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Latakia Tabak – der kräftige Schwarze

Latakia Tabak ist in vielen verschiedenen Tabakmischungen enthalten und verleiht ihnen eine interessante Würze und Tiefe. Bereits im 17. Jahrhundert wurde in Syrien in der Hafenstadt Latakia Tabak angebaut. So war die Stadt auch Namensgeber der bis heute sehr beliebten Tabake. Wann allerdings der erste Tabak dieser Art hergestellt wurde, kann nicht genau datiert werden, da seine Entdeckung eher ein Produkt des Zufalls war.

Eine zufällige Entdeckung, bis heute sehr beliebt

In Syrien war es früher üblich, geerntete Tabakblätter vor dem Rauchen für einige Zeit zum Trocknen im eigenen Haus aufzuhängen. Man erzählt sich, dass irgendwann ein Teil der Ernte auf dem Dachboden eines Hauses vergessen wurde und so über mehrere Monate, also deutlich länger als zu diesem Zeitpunkt üblich, dort hängen blieb. Während dieser Zeit waren die trocknenden Blätter zudem einer gehörigen Wärme durch das im Haus brennende Feuer ausgesetzt. Der mit dem Verbrennen von Holz entstehende Rauch, verlieh dem Tabak ein spezielles, quasi geräuchertes Aroma. Der Geschmack gefiel und so wurde diese Trocknungsart beibehalten und mit der Zeit professionalisiert.

Natürlich wird Latakia Tabak heute nicht mehr auf Dachböden von Wohnhäusern gelagert. Stattdessen werden die Tabakblätter nach der Ernte zunächst beim so genannten „air curing“ an der Luft getrocknet und hierbei zumeist sogar der direkten Sonnenstrahlung beim „sun curing“ ausgesetzt. Schließlich werden die Tabakblätter zu Bündeln zusammengefasst und erhalten über offenem Feuer ihren letzten Schliff. Hierfür werden die Bündel in Scheunen aufgehängt, die nahezu geschlossen und mit Rauch gefüllt sind. So entsteht die typische schwarze Farbe dieses Tabaks, die ihn auch aus jeder Mischung herausstechen lässt. Das kräftig rauchige Aroma ist alleine genommen eigentlich zu kräftig, aber als Teil einer Mischung ideal, um die Nuancenvielfalt zu erhöhen.

Verschiedene Anbaugebiete liefern unterschiedliche Stärken

Obwohl der kräftige Geschmack etwas anderes suggeriert, enthält Latakia Tabak relativ wenig Nikotin. Sein prägnanter Geschmack wird neben dem „fire curing“ von der geringen Menge an Zucker, die nach der Herstellung noch in den Blättern enthalten ist, bestimmt. Je nach Menge an Latakia, die einer Tabak-Mischung hinzugefügt wird, schmeckt sie würziger oder milder. Üblich sind Beimischungen bis zu 50 Prozent. Vor allem in „englischen“, also nicht aromatisierten und eher herben Mischungen, wie Dunhills Early Morning Pipe, ist der Anteil an Latakia Tabak besonders hoch. Nichtraucher sind von einem hohen Latakia-Anteil allerdings in der Regel nicht sonderlich begeistert, da nicht nur der Geschmack, sondern auch der beim Rauchen entstehende Qualm sehr intensiv ist und ein markantes Aroma ausstrahlt.

Heutzutage wird Latakia Tabak nicht mehr nur in Syrien angebaut. Tatsächlich ist der syrische Latakia sogar ein eher milder aber edler Vertreter seiner Gattung. Andere Varianten stammen aus Zypern oder dem Libanon. Der zyprische Tabak hat ein besonderes Aroma und ist sehr würzig, da bei der Feuertrocknung anderes Holz als in Syrien verwendet wird.