Casdagli Cigars Zigarren
Gut ein Dutzend Zigarren tragen hier den Namen Casdagli – und das ist die schmalste Gemeinsamkeit, die sie haben. Die Marke ist die Konstante, alles dahinter trennt: die Serie, das Land der Fertigung, das Umblatt, der Deckblatttabak, die Einlage, die Geometrie, das Aroma. Weiterlesen: alles über Casdagli Cigars Zigarren
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- Herkunft Costa Rica
- Rauchdauer 90 Min oder länger
- Format Salomones
- Deckblattherkunft Ecuador
- Einlage Dominikanische Republik, Peru
- Aroma Cremig, Espresso, Karamell, Kräuter, Nuss, Pfeffer, Salzig, Vanille, Würzig, Zimt
- Herkunft Costa Rica
- Rauchdauer 90 Min oder länger
- Format Corona Gorda
- Deckblattherkunft Ecuador
- Einlage Dominikanische Republik, Peru
- Aroma Espresso, Gewürze, Karamell, Kräuter, Salzig, Würzig, Zartbitter
- Form Boxpressed
- Herkunft Costa Rica
- Rauchdauer 45 bis 60 Min
- Format Lancero
- Deckblattherkunft Ecuador
- Einlage Dominikanische Republik, Peru
- Aroma Espresso, Karamell, Salzig, Würzig, Zartbitter
- Form Rund
- Herkunft Costa Rica
- Rauchdauer 45 bis 60 Min
- Format Pyramide
- Deckblattherkunft Ecuador
- Einlage Dominikanische Republik, Peru
- Aroma Karamell, Nuss, Vanille, Würzig, Zimt
- Herkunft Dominikanische Republik
- Rauchdauer 45 bis 60 Min
- Format Robusto
- Deckblattherkunft Ecuador
- Einlage Dominikanische Republik, Ecuador, Nicaragua, Peru
- Aroma Eichenholz, Fruchtig, Haselnuss, Mandel, Milchschokolade, Schwarzer Pfeffer, Vanille, Weißer Pfeffer
- Form Rund
- Herkunft Costa Rica
- Rauchdauer 60 bis 90 Min
- Format Toro
- Deckblattherkunft Ecuador
- Einlage Dominikanische Republik, Peru
- Aroma Karamell, Nuss, Vanille, Würzig, Zimt
- Herkunft Dominikanische Republik
- Rauchdauer 90 Min oder länger
- Format Toro
- Deckblattherkunft Ecuador
- Einlage Dominikanische Republik, Ecuador, Nicaragua, Peru
- Aroma Eichenholz, Fruchtig, Haselnuss, Mandel, Milchschokolade, Schwarzer Pfeffer, Vanille, Weißer Pfeffer
- Form Rund
- Herkunft Dominikanische Republik
- Format Lancero
- Deckblattherkunft Brasilien
- Einlage Dominikanische Republik, Nicaragua
- Aroma Cremig, Nuss, Vanille, Zimt, Zitrusfrüchte
- Form Rund
- Herkunft Costa Rica
- Format Figurado
- Deckblattherkunft Ecuador
- Einlage Dominikanische Republik, Peru
- Aroma dezenter Pfeffer, Espresso, Karamell, Kräuter, Nuss, Vanille, Würzig, Zimt
- Herkunft Dominikanische Republik
- Rauchdauer 45 bis 60 Min
- Format Robusto
- Deckblattherkunft Dominikanische Republik
- Einlage Dominikanische Republik, Nicaragua, USA
- Aroma Cremig, Nuss, Vanille, Zimt, Zitrusfrüchte
- Form Rund
- Herkunft Dominikanische Republik
- Rauchdauer 60 bis 90 Min
- Format Lancero
- Deckblattherkunft Ecuador
- Einlage Dominikanische Republik, Nicaragua, Peru
- Aroma Cremig, Kaffee, Schokolade, Süß, Zartbitter, Zedernholz
- Form Rund
- Herkunft Dominikanische Republik
- Rauchdauer 60 bis 90 Min
- Format Piramide
- Deckblattherkunft Ecuador
- Einlage Dominikanische Republik
- Aroma Cremig, Holz, Leicht Süß, Milchkaffee
- Form Rund
- Herkunft Dominikanische Republik
- Rauchdauer 45 bis 60 Min
- Format Robusto
- Deckblattherkunft Ecuador
- Einlage Dominikanische Republik
- Aroma Cremig, Holz, Leicht Süß, Milchkaffee
- Form Rund
- Herkunft Dominikanische Republik
- Rauchdauer 60 bis 90 Min
- Format Figurado
- Deckblattherkunft Ecuador
- Einlage Dominikanische Republik, Ecuador, Nicaragua, Peru
- Aroma Eichenholz, Fruchtig, Haselnuss, Mandel, Milchschokolade, Schwarzer Pfeffer, Vanille, Weißer Pfeffer
- Form Rund
- Herkunft Dominikanische Republik
- Rauchdauer 60 bis 90 Min
- Format Super Belicoso
- Deckblattherkunft Dominikanische Republik
- Einlage Dominikanische Republik, Nicaragua, USA
- Aroma Backgewürze, Chili, Cremig, Erdig, Fruchtig, Holz, Karamell, Leder, Nuss, Schokolade, Vanille
- Form Rund
- Herkunft Dominikanische Republik
- Rauchdauer 45 bis 60 Min
- Format Corona Gorda
- Deckblattherkunft Ecuador
- Einlage Dominikanische Republik, Nicaragua, Peru
- Aroma Cremig, Eichenholz, Pfeffer, Vanille, Zedernholz
- Form Rund
- Herkunft Dominikanische Republik
- Rauchdauer 90 Min oder länger
- Format Figurado
- Deckblattherkunft Dominikanische Republik
- Einlage Dominikanische Republik, Nicaragua, Peru, USA
- Aroma Eichenholz, Erdig, Fruchtig, Gewürze, Holz, Karamell, Leder, Nuss, Rosine, Schokolade, Vanille, Zedernholz
- Form Rund
Casdagli Cigars: eine Marke, vier Linien, drei Fabriken
Entlang von Serie, Fertigungsland, Blattherkunft und Format zerfällt das Sortiment in Gruppen, die miteinander weniger zu tun haben, als der gemeinsame Schriftzug auf der Bauchbinde vermuten lässt.
Fünf Produkte gehören zur Traditional Line, vier zur Villa Casdagli Line, drei zur Daughters of the Wind Line, zwei zur Linie Brothers of the Sabre. Diese Aufteilung ordnet das Sortiment sauberer als jedes andere Merkmal. Über alle Serien hinweg bleibt nur zweierlei gleich: Alle sind Longfiller, und jede kommt einzeln in Zellophan.
Das Haus dahinter ist klein geblieben. Jeremy Nicholas Casdagli gründete die Marke 1997, zunächst unter dem Namen Bespoke Cigars; im Frühjahr 2018 folgte die Umbenennung auf den Familiennamen, verbunden mit dem alten Handelssymbol der Familie, dem Koloss von Rhodos, der bis heute das Markenlogo trägt. Am Anfang stand eine Begegnung: Im Sommer 1997 traf Jeremy Casdagli in Havanna den Meister-Torcedor Carlos Valdez Mosquera; aus dessen Blends und den von ihm selbst gewählten Vitolen entstand die Marke. Die Produktion der 1990er-Jahre lief auf Kuba, vollständig von Hand gerollt, mit 500 bis 1.000 Zigarren pro Monat für den Londoner Markt. Als Mosquera 2013 in den Ruhestand ging, begann die Suche nach neuen Fertigungspartnern – und mit ihr die Struktur, die das heutige Sortiment erklärt. Die Jahresproduktion hält die Marke bis heute bewusst klein, bei unter 150.000 Zigarren pro Jahr.
Die vier Linien: was jede von ihnen ist
Traditional Line – fünf Produkte
Die Traditional Line soll nachbauen, was 1997 in Havanna begann. 2013 startete sie als erste Blend-Serie der Zusammenarbeit mit der Kelner Boutique Factory in der Dominikanischen Republik, und ihr Auftrag ist eng gefasst: die ursprünglichen, rund zwanzig Jahre zuvor in Havanna gefertigten Zigarren der Marke nachbilden – laut Hersteller vollmundig, in der Stärke aber zurückhaltend und würzig. Sie ist zugleich die größte Gruppe im Sortiment.
Der Grundaufbau wiederholt sich über mehrere Vitolen: Deckblatt aus dominikanischem Cotui-Tabak, Umblatt aus dominikanischer „Kelner Family Reserve", Einlage aus der Dominikanischen Republik, Nicaragua, Peru und gealtertem US-amerikanischem Pennsylvania-Broadleaf. Darauf stehen die Robusto (50 Ring x 4,9 Zoll), die Cotton Tail als progressiver Figurado (52 bis 64 Ring x 5 Zoll), die Super Belicoso (60 Ring x 5,7 Zoll) sowie die beiden Lanceros Grand Café und Grand Café Maduro (je 39 Ring x 7,5 Zoll).
Drei dieser Formate tragen eine eigene Geschichte. Die Figurado-Form der Cotton Tail war nach Herstellerangabe seit den 1950er-Jahren nicht mehr produziert worden; 2009 führte die Marke sie wieder ein. Die Super Belicoso belebt eine der ursprünglichen Vitolen der Marke wieder. Der Grand Café trägt den Namen eines Cafés in Minsk und entstand 2012 zur Feier der dortigen Markteinführung; beim Grand Café Maduro ersetzte ecuadorianischer Corojo-Maduro das brasilianische Cubra-Deckblatt des Originals, und peruanischer Pelo-de-Oro-Tabak trat an die Stelle des Pennsylvania-Anteils in der Einlage. Vom Maduro entstehen 6.000 Stück im Jahr.
Villa Casdagli Line – vier Produkte
Die Villa Casdagli Line, die zweitgrößte Gruppe im Sortiment, kam im Juni 2021 auf der Tobacco Plus Expo in Las Vegas heraus, nach rund einjähriger Entwicklung. Ihren Namen trägt sie nach dem Kairoer Familienanwesen: Fassade, Buntglasfenster, Pfauen und Baumwollknospen der historischen Villa aus dem frühen 20. Jahrhundert kehren in Ring und Kistendesign wieder.
Alle Vitolen tragen Deckblatt und Umblatt aus Ecuador; die Einlage mischt Tabak aus Peru, der Dominikanischen Republik, Nicaragua und Ecuador. Im Sortiment sind Toro (54 Ring x 6 Zoll), Robusto (52 Ring x 5 Zoll), Corona Gorda (46 Ring x 5,6 Zoll) und der Figurado Pigasus (54 bis 58 Ring x 5 Zoll), der das „fliegende Schwein" der 1990er-Jahre-Kubaproduktion wiederholt.
Die Corona Gorda ist nach Herstellerangabe die erste und bislang einzige klassische Corona Gorda der Marke überhaupt. Und die Linie geht in der Verarbeitung einen Sonderweg, auf den weiter unten zurückzukommen ist: das „mejorado"-Verfahren.
Daughters of the Wind Line – drei Produkte
Ein arabisches Gedicht des 6. Jahrhunderts über die Schönheit von Beduinenpferden gab der 2018 eingeführten Daughters of the Wind Line ihren Namen. Dahinter steht kein Marketingeinfall, sondern die Pferdezucht der Familie: Ab etwa 1917 erwarben die Casdaglis arabische Rennpferde, ihr bekanntestes Tier war die Stute Bint Bint Durra aus der seltenen Dahman-Linie; die Vitolen der Serie heißen nach den Fellfarben dieser Zuchtlinie.
Gefertigt wird in Costa Rica, mit Tabaken aus Peru, der Dominikanischen Republik und Ecuador sowie Blättern von der fabrikeigenen Bergplantage. Im Sortiment sind der Figurado Sabino (60/58 Ring x 6,2 Zoll), der Lancero Cremello (39 Ring x 7,5 Zoll) und die boxgepresste Corona Gorda Pony Express (48 Ring x 6 Zoll).
Die drei unterscheiden sich stärker voneinander, als eine gemeinsame Serie erwarten lässt. Der Sabino kombiniert ein Deckblatt aus Ecuador mit costa-ricanischem Umblatt und einer Einlage aus dominikanischem Liguero Oscuro, peruanischem Pinar und dominikanischem Caramelo. Der Cremello lässt den Oscuro-Anteil weg und bleibt bei Pinar und Caramelo. Die Pony Express geht in die andere Richtung: zwei Umblätter, eines aus Costa Rica, eines aus dem nicaraguanischen Estelí, dazu ein zusätzlicher Anteil dominikanischer Oscuro-Ligero gegenüber dem Grundblend.
Brothers of the Sabre – zwei Produkte
Napoleonische Generäle stehen Pate für die jüngste Gruppe, 2023 vorgestellt: Pro Jahr erscheinen zwei Blends, einer für Frankreich, einer für die gegnerische Koalition. Hier steht der Blend „Brave", benannt nach Marschall Michel Ney, den Napoleon „Le Brave des Braves" nannte – als Piramide (6,5 Zoll) und als Robusto (50 Ring x 4,9 Zoll).
Beide tragen ein Deckblatt aus Ecuador in der Schattierung Claro Colorado, Umblatt und Einlage sind durchgehend dominikanisch. Das macht sie zur einzigen Gruppe im Sortiment, die einem dominikanischen Puro nahekommt – und zugleich zur mildesten: mild bis medium, mit Zeder, Eiche, Toast, Haselnüssen und Sahne.
Zwei Länder, drei Fabriken – die eigentliche Trennlinie
Wer wissen will, warum zwei Casdagli-Zigarren unterschiedlich schmecken, schaut nicht zuerst auf das Format, sondern auf die Fabrik. Drei Häuser in zwei Ländern rollen für die Marke.
In der Dominikanischen Republik ist es die Kelner Boutique Factory, 2012 von Hendrik Kelner Jr. gegründet und seit 2013 Produktionspartner. Dort entstehen die Traditional Line und die Brave-Zigarren der Brothers of the Sabre – zusammen sieben Produkte. Das dominikanische Umfeld liefert die Grundlage: Der Zigarrentabak des Landes wächst überwiegend im Cibao-Tal am Yaque del Norte, eingerahmt von der Cordillera Septentrional und der Cordillera Central, mit tiefen, nährstoffreichen Böden und Bergzügen.
In Costa Rica sind es zwei Adressen. Die Daughters of the Wind Line entsteht bei der Boutique-Fabrik IGM Cigars in San José, einem 1997 gegründeten Familienbetrieb, der in einer zur Werkstatt umgebauten Garage begann; dessen eigene Plantage in Santa Marta de Puriscal liegt auf über 3.000 Fuß, also rund 1.000 Metern Höhe. Die Villa Casdagli Line läuft bei Tabacos de Costa Rica in Puriscal, dem früheren Vegas Santiago, unter Master Blender Don Olman Guzmán – Jeremy Casdagli hatte ihn dort bereits 2012 kennengelernt. Nach Firmenangabe vergehen in diesem Haus fast vier Jahre von der Aussaat bis zur fertigen Zigarre; angebaut wird in den vulkanischen Bergen der Region, in der sich hohe Regen- und Feuchtigkeitsanteile mit Trockenperioden abwechseln.
Umblatt und Deckblatt: woher die Blätter stammen
Das Umblatt ist die sauberste Trennlinie im Sortiment, weil es sich bei allen Produkten benennen lässt. Sieben Zigarren tragen ein dominikanisches Umblatt, vier ein ecuadorianisches, zwei eine Kombination aus dominikanischem und peruanischem Tabak, eine ein costa-ricanisches. Diese Verteilung bildet exakt die Fabriklandkarte ab: dominikanisch, wo in der Kelner Boutique Factory gerollt wird, ecuadorianisch bei der Villa Casdagli Line, costa-ricanisch und kombiniert bei den Zigarren aus San José.
Beim Deckblatt nennen acht Produkte die Tabaksorte selbst: dreimal Cotui, dreimal H2000, je einmal Cubra und Corojo Maduro. Cotui trägt den Namen der Stadt Cotuí, die in der fruchtbaren La-Vega-Real-Ebene am Rio Yuna im Cibao-Tal liegt und 1505 als Bergbausiedlung gegründet wurde. H2000 wächst in Ecuador: ein mittelkräftiges, schokoladenfarbenes Blatt, im Schnitt 20 Zoll lang und 13 Zoll breit, rund 45 Blätter aufs Pfund, mit kräftigem Ölglanz und guter Dehnbarkeit – der Eigenschaft, auf die es beim Wickeln ankommt.
Die Einlage: wo die Rezeptur sitzt
Vier Einlage-Handschriften lassen sich unterscheiden. Die Traditional Line setzt neben dominikanischem, nicaraguanischem und peruanischem Tabak auf gealterten Pennsylvania-Broadleaf aus den USA – dieser US-Anteil trennt sie von allen anderen. Die Villa Casdagli Line mischt Peru, Dominikanische Republik, Nicaragua und Ecuador. Die Daughters of the Wind Line arbeitet mit peruanischem Pinar und dominikanischem Caramelo, ergänzt um dominikanischen Oscuro Ligero bei den kräftiger angelegten Vitolen. Die Brave-Zigarren bleiben rein dominikanisch.
Der interessanteste Unterschied ist aber kein Herkunftsland, sondern ein Verfahren. Bei der Villa Casdagli Line durchlaufen vier der sechs eingesetzten Tabaksorten das „mejorado"-Verfahren: eine zusätzliche zweite Fermentation von zwei bis vier Monaten, teils im traditionellen Gärhaufen, dem Pilón. Beim Villa Casdagli Robusto soll das dem Blend zusätzliche Süße und Melasse-Noten geben; beim Pigasus stammen rund 50 Prozent der Einlage aus zwei peruanischen Sorten in eben diesem Verfahren. Genau dieses Fermentationsverfahren gab neben der größeren Kapazität den Ausschlag, dass die Linie 2021 bei Tabacos de Costa Rica startete.
Was das an Aufwand bedeutet, zeigt die klassische Pilón-Fermentation: „Hände" zu je 35 Blättern werden zu Haufen gestapelt, die Kerntemperatur wird bei rund 110 bis 115 Grad Fahrenheit gehalten, bevor der Haufen komplett gewendet wird, damit er nicht überhitzt. Wie lange das dauert, hängt von der Blattklasse ab – Seco ist am schnellsten fertig, Ligero braucht am längsten. Zwei bis vier zusätzliche Monate sind in dieser Rechnung kein Detail, sondern eine eigene Produktionsstufe.
Geometrie: 39 bis 60 Ringmaß, 127 bis 190 Millimeter
Am häufigsten sind Ringmaß 50 und Ringmaß 39 mit je drei Produkten, danach folgt 52 mit zwei; je einmal vertreten sind 46, 48, 54, 56, 58 und 60. Ringmaß und Durchmesser sind dabei zwei Schreibweisen derselben Angabe: Bei den gemessenen Durchmessern führen 15,5 und 19,8 Millimeter mit je drei Produkten, danach 20,6 Millimeter mit zwei; einmal vertreten sind 18,3, 19,1, 21,4, 22,2, 23,0 und 23,8 Millimeter.
Bei der Länge fällt die Verteilung noch klarer aus: Sechs Zigarren messen 127 Millimeter, drei messen 190 Millimeter, zwei 152 Millimeter, je eine 142, 145 und 157 Millimeter. Die 190er-Gruppe sind die drei Lanceros mit 39 Ring – zwei aus der Traditional Line, einer aus der Daughters of the Wind Line. Zwischen 127 und 190 Millimetern liegt in der Praxis ein erheblicher Zeitunterschied. Und ein dünner Lancero verzeiht beim Rollen weniger als ein dickes Format: Bei 39 Ring fällt jede Unregelmäßigkeit im Wickel sofort auf.
Bei der Bauform bleibt das Sortiment fast einheitlich rund; boxgepresst ist nur ein Produkt, die Pony Express. Auffällig ist der hohe Anteil an Formen, die vom geraden Zylinder abweichen: Cotton Tail, Sabino und Pigasus sind Figurados mit progressivem Ringmaß, die Brave Piramide läuft zum Kopf hin spitz zu, die Super Belicoso trägt ihren Formatnamen im Produktnamen. Wer eine Casdagli sucht, sucht selten die geradlinigste Form.
Aroma und Stärke: ein enger Korridor mit vielen Zwischentönen
Zwölf Produkte sind als medium eingestuft, zwei als mild bis mittelkräftig, keines als stark. Bei der Stärke gibt es also wenig zu vergleichen – und genau das ist der Punkt: Die Marke arbeitet erkennbar im mittleren Bereich und sucht Komplexität nicht über Kraft.
Umso mehr Arbeit steckt in den Aromen. Der Villa Casdagli Toro wird vom Hersteller mit schwarzem und weißem Pfeffer, Vanille, Eiche, Milchschokolade, Haselnüssen und Mandeln beschrieben, die Villa Casdagli Corona Gorda mit Backgewürz, Pfeffer, Vanille, Sahne, Zeder und Eiche. Der Cremello bringt Sahne, Kaffee, salziges Karamell, Zeder und weißen Pfeffer, die Pony Express dunkle Schokolade, Espresso, Backgewürze und gesalzenes Karamell, der Sabino Karamell, Vanille, Zimt, Muskat und Backgewürze. Die Brave-Zigarren liegen mit Zeder, Eiche, Toast, Haselnüssen und Sahne am hellen Ende dieser Skala. Zwei Motivfamilien wiederholen sich damit quer durch die Serien: eine cremig-süße mit Nuss, Vanille und Holz, und eine röstig-würzige mit Espresso, Pfeffer und dunkler Schokolade – die Villa-Casdagli-Vitolen bedienen beide gleichzeitig.
Fünf Dinge, die „A Bespoke Partnership" über Casdagli Cigars sagt
Das Branchenmagazin Tobacco Business hat die Marke unter dem Titel A Bespoke Partnership: Casdagli Cigars porträtiert. Fünf Punkte daraus:
- Der Tabakhandel der Familie ist älter als die Marke. Die Casdaglis handelten seit dem 19. Jahrhundert von Kairo und Manchester aus mit Getreide, Baumwolle und Tabak und züchteten arabische Pferde. Nach der Suezkrise verließ die Familie Ägypten; der Artikel datiert das auf 1958.
- Ein Familienmitglied war 1951 an einer Handelsentscheidung über kubanische Zigarren beteiligt. Emmanuel Theodore Casdagli verhandelte mit dem vorrevolutionären Kuba und trug damit dazu bei, den seit 1941 unterbrochenen britischen Handel mit kubanischen Zigarren wieder zu öffnen.
- Aus der dominikanischen Partnerschaft entstanden vier Linien in vier Jahren. Der Artikel nennt Traditional Line (2013), Club Mareva Line (2014), Basilica Line (2015) und Cabinet Selection (2016). Von diesen vier ist hier die Traditional Line vertreten; die übrigen gehören zum weltweiten Programm der Marke.
- Costa Rica kam über zwei verschiedene Fabriken dazu. Für die Daughters of the Wind Line arbeitet Casdagli seit 2018 mit der Boutique-Fabrik IGM Cigars in San José zusammen, deren eigene Plantage in Santa Marta de Puriscal auf rund 1.000 Metern Höhe liegt. Für die 2021 gestartete Villa Casdagli Line wechselte Jeremy Casdagli zur Fabrik Tabacos de Costa Rica in Puriscal – wegen deren höherer Produktionskapazität und eines speziellen Fermentationsverfahrens.
- Die Nachfrage lief der Planung davon. Die Villa Casdagli Line wurde 2021 auf der Tobacco Plus Expo vorgestellt und war bereits am zweiten Messetag komplett ausverkauft; innerhalb von drei Wochen musste Nachschub aus Europa eingeflogen werden. Meistverkaufte Casdagli-Linie in den USA war 2023 laut Artikel die Cotton Tail aus der Traditional Line, gefolgt von der Basilica-Linie.
Quelle: Tobacco Business: „A Bespoke Partnership: Casdagli Cigars“
Verpackung: zwei Kistentypen, ein Einzelschutz
Bei der Verpackung teilt sich das Sortiment exakt in zwei Hälften: sieben Produkte kommen in der Schiebedeckel-Kiste, sieben in der Massivholz-Kiste. Der Einzelschutz ist dagegen bei allen Produkten gleich – jede Zigarre steckt einzeln in Zellophan.
Die Kistengrößen variieren je nach Linie. Die Brave-Zigarren liegen zu 20 Stück in der Naturzedernkiste, jeweils mit einem 10-Gramm-Befeuchtungspäckchen für 69 Prozent relative Luftfeuchte; die Super Belicoso kommt ebenfalls im 20er-Gebinde, in klavierlackierter Holzkiste; die Villa-Casdagli-Vitolen gingen zum Start in 12er-Kisten in den Handel, der Sabino in einer Holz-Schiebedeckelkiste mit zwölf Zigarren. Kosmetik ist das nicht: Ein Befeuchtungspäckchen in der Kiste hält den Zustand, in dem eine Zigarre gerollt wurde, über die Lagerung hinweg stabil.
Deutschland: Vertrieb, Messe, Auszeichnungen
Seit dem 1. April 2024 vertreibt ein Großhändler Casdagli Cigars in Deutschland; zuvor war Kleinlagel Charles Fairmorn zehn Jahre lang alleiniger deutscher Vertriebspartner der Marke. Für die USA hatte Casdagli am 1. März 2023 in Naples, Florida, mit „Casdagli Cigars USA" eine eigene Import- und Vertriebsgesellschaft gegründet. Beides passt zur Größe der Marke: Wer weniger als 150.000 Zigarren im Jahr fertigt, verteilt sie über wenige, feste Partner.
Sichtbar wird die Marke in Deutschland vor allem über die InterTabac in Dortmund. Dort ging der Cigar Trophy – ein seit 1998 vergebener Branchenpreis, dessen Gewinner die Leserschaft eines Fachmagazins aus den nominierten Finalisten wählt – zweimal in Folge an die Villa Casdagli Line: 2023 in der Kategorie „Best Boutique Brand Costa Rica", 2024, verkündet am 19. September, in der Kategorie „Best Brand Other Countries (Costa Rica)". 2025 gewann die Daughters of the Wind Line die Kategorie „Best Boutique Brand Other Countries". Zur Feier der beiden ersten Titel erschien im September 2025 auf derselben Messe eine limitierte Villa Casdagli Edición Limitada, gefertigt in Costa Rica und auf 6.000 Zigarren pro Jahr begrenzt; sie gehört nicht zu den hier geführten Produkten.
Auch deutschsprachige Verkostungen haben die Marke bemerkt: Der Grand Café Maduro erhielt in einer Fachverkostung der Ausgabe August/September 2021 96 von 100 Punkten, der Cremello im März 2021 95 von 100 Punkten.
Woran Sie die Unterschiede erkennen
Drei Griffe reichen, um die Produkte dieser Marke zu sortieren.
Erstens die Serie, denn sie entscheidet über fast alles Weitere: Traditional Line mit fünf Produkten, Villa Casdagli Line mit vier, Daughters of the Wind Line mit drei, Brothers of the Sabre mit zwei. Zweitens das Umblatt als Kürzel für die Fabrik: sieben dominikanische Umblätter stehen für die Fertigung in der Kelner Boutique Factory, vier ecuadorianische für die Villa Casdagli Line, ein costa-ricanisches und zwei dominikanisch-peruanische für die Zigarren aus San José. Drittens die Geometrie: 127 Millimeter bei sechs Produkten markieren das kompakte Ende, 190 Millimeter bei drei Lanceros mit Ringmaß 39 das andere.
Die Bandbreite dieser Kategorie liegt nicht in der Stärke – fast alle Produkte sind medium –, sondern in Fermentation, Blattherkunft und Format. Wer den Unterschied zwischen einer zweifach fermentierten Villa-Casdagli-Einlage und dem Pennsylvania-Broadleaf-Anteil der Traditional Line schmecken will, braucht Zeit und ein ruhiges Zugtempo; im schnellen Durchgang verschwinden genau die Zwischentöne, für die dieser Aufwand betrieben wird. Und die Rollung entscheidet mit, wie bei jeder handgerollten Zigarre: Bei den dünnen Formaten dieser Marke fällt ein ungleichmäßiger Wickel deutlich schneller auf als bei den dicken.