Matilde Zigarren
Knapp 25 Artikel, eine einzige Marke: Die Konstante dieser Kategorie steht schon im Namen. Interessant wird es eine Ebene tiefer – bei der Serie von Serena bis Limited Exposure, bei Deckblattherkunft und Deckblatttabak, beim Umblatt, bei der Einlage, bei Ringmaß, Länge und Durchmesser, bei Aroma, Aromastärke und Rauchdauer. Weiterlesen: alles über Matilde Zigarren
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- Herkunft Dominikanische Republik
- Format Robusto
- Deckblattherkunft Ecuador
- Einlage Dominikanische Republik, Nicaragua
- Aroma Cremig, Gras, Holz, Honig, Leder, Nuss
- Form Rund
- Herkunft Dominikanische Republik
- Rauchdauer 20 bis 45 Min
- Format Corona
- Deckblattherkunft Ecuador
- Einlage Dominikanische Republik, Nicaragua
- Aroma Cremig, Gras, Holz, Honig, Leder, Nuss
- Form Rund
- Herkunft Dominikanische Republik
- Rauchdauer 90 Min oder länger
- Deckblattherkunft Ecuador
- Einlage Dominikanische Republik, Nicaragua
- Aroma Cremig, Gras, Holz, Honig, Leder, Nuss
- Form Rund
- Herkunft Dominikanische Republik
- Rauchdauer 60 bis 90 Min
- Format Robusto
- Herkunft Dominikanische Republik
- Format Toro Grande
- Deckblattherkunft Mexico
- Einlage Dominikanische Republik, Nicaragua
- Aroma Cremig, Gras, Holz, Honig, Leder, Nuss
- Form Rund
- Herkunft Dominikanische Republik
- Format Robusto
- Deckblattherkunft Ecuador
- Einlage Dominikanische Republik, Nicaragua
- Aroma Cremig, Gras, Holz, Honig, Leder, Nuss
- Form Rund
- Herkunft Dominikanische Republik
- Format Toro
- Deckblattherkunft Mexico
- Einlage Dominikanische Republik, Nicaragua, USA
- Aroma Leder, Nuss, Pfeffer, Süß
- Form Rund
- Herkunft Dominikanische Republik
- Format Corona
- Deckblattherkunft Mexico
- Einlage Dominikanische Republik, Nicaragua, USA
- Aroma Leder, Nuss, Pfeffer, Süß
- Form Rund
- Herkunft Dominikanische Republik
- Rauchdauer 60 bis 90 Min
- Format Toro
- Deckblattherkunft Ecuador
- Einlage Dominikanische Republik
- Aroma Cremig, Erdig, Kakao, Milchschokolade, Nuss, Pfeffer, Zedernholz
- Form Rund
- Herkunft Dominikanische Republik
- Rauchdauer 60 bis 90 Min
- Format Double Toro
- Deckblattherkunft Ecuador
- Einlage Dominikanische Republik, Nicaragua
- Aroma Cremig, Holz, Kaffee, Karamell, Nuss, Pfeffer, Schokolade, Süß
- Form Boxpressed
- Herkunft Dominikanische Republik
- Format Robusto
- Deckblattherkunft Mexico
- Einlage Dominikanische Republik, Nicaragua, USA
- Aroma Leder, Nuss, Pfeffer, Süß
- Form Rund
- Herkunft Dominikanische Republik
- Rauchdauer 45 bis 60 Min
- Format Robusto
- Deckblattherkunft Ecuador
- Einlage Dominikanische Republik, Nicaragua
- Aroma Cremig, Holz, Kaffee, Karamell, Nuss, Pfeffer, Schokolade, Süß
- Form Boxpressed
- Herkunft Dominikanische Republik
- Rauchdauer 60 bis 90 Min
- Format Toro
- Deckblattherkunft Ecuador
- Einlage Dominikanische Republik, Nicaragua, Peru
- Aroma Cremig, Erde, Süß, Würzig
- Form Rund
- Herkunft Dominikanische Republik
- Rauchdauer 60 bis 90 Min
- Format Torpedo
- Deckblattherkunft Ecuador
- Einlage Dominikanische Republik, Nicaragua
- Aroma Cremig, Holz, Kaffee, Karamell, Nuss, Pfeffer, Schokolade, Süß
- Form Boxpressed
- Herkunft Dominikanische Republik
- Rauchdauer 45 bis 60 Min
- Format Robusto
- Deckblattherkunft Mexico
- Einlage Dominikanische Republik, Nicaragua
- Aroma Cremig, Holz, Röstkaffee, Schokolade, Süß
- Form Rund
- Herkunft Dominikanische Republik
- Rauchdauer 60 bis 90 Min
- Format Toro
- Deckblattherkunft Mexico
- Einlage Dominikanische Republik
- Aroma Erdig, Leder, Pfeffer, Schokolade, Würzig, Zedernholz
- Form Rund
- Herkunft Dominikanische Republik
- Rauchdauer 45 bis 60 Min
- Format Lonsdale
- Deckblattherkunft Ecuador
- Einlage Dominikanische Republik
- Aroma Cremig, Erdig, Kakao, Milchschokolade, Nuss, Pfeffer, Zedernholz
- Form Rund
- Herkunft Dominikanische Republik
- Rauchdauer 60 bis 90 Min
- Format Lonsdale
- Deckblattherkunft Mexico
- Einlage Dominikanische Republik
- Aroma Leder, Pfeffer, Schokolade, Zedernholz
- Form Rund
- Herkunft Dominikanische Republik
- Rauchdauer kürzer als 20 Min
- Format Perla
- Deckblattherkunft Mexico
- Einlage Dominikanische Republik, Nicaragua
- Aroma Buttercreme, Nougat, Sahne, Walnuss
- Form Rund
- Herkunft Dominikanische Republik
- Rauchdauer 45 bis 60 Min
- Format Robusto
- Deckblattherkunft Mexico
- Einlage Dominikanische Republik
- Aroma Erdig, Leder, Pfeffer, Schokolade, Würzig, Zedernholz
- Form Rund
- Herkunft Dominikanische Republik
- Rauchdauer 45 bis 60 Min
- Format Robusto
- Deckblattherkunft Ecuador
- Einlage Dominikanische Republik
- Aroma Cremig, Erdig, Kakao, Milchschokolade, Nuss, Pfeffer, Zedernholz
- Form Rund
- Herkunft Dominikanische Republik
- Format Sampler
- Herkunft Dominikanische Republik
- Format Robusto Extra
- Deckblattherkunft Ecuador
- Einlage Dominikanische Republik, Nicaragua
- Aroma Erdig, Kaffee, Leder, Zartbitter
- Form Rund
- Herkunft Dominikanische Republik
- Rauchdauer 90 Min oder länger
- Format Toro Gordo
- Deckblattherkunft Ecuador
- Einlage Dominikanische Republik, Nicaragua
- Aroma Erdig, Kaffee, Leder, Zartbitter
- Form Rund
Matilde: eine Marke, knapp 25 Artikel, klar getrennte Linien
Unterhalb des Markennamens trennen sich die Matilde-Zigarren in Gruppen, die auf dem Tisch ähnlich aussehen und im Rauch wenig miteinander zu tun haben.
Eine zweite Angabe teilen wieder alle: Die Dominikanische Republik ist bei sämtlichen Artikeln als Herkunft hinterlegt. Ab dem Serienfeld hört die Gemeinsamkeit auf. Es ordnet sechs Artikel der Serena zu, vier der Limited-Exposure-Reihe und je drei der Quadrata und der Oscura; dazu kommen die Special Edition und ein Sampler, die keiner dieser Serien zugeschlagen sind. Wer die Marke einordnen will, kommt an diesen Serienzuschnitten nicht vorbei – sie sind bei Matilde nicht Etikett, sondern Rezeptur.
Die Marke: 1876, ein langer Stillstand, eine Rückkehr
Der Name kommt aus Santiago
Matilde zählt zu den ersten Zigarrenmarken der Dominikanischen Republik: Simeón Mencía gründete sie 1876 in Santiago de los Caballeros. Die zugehörige Fabrik „La Matilde" stellte die Produktion in den Jahren vor 1920 ein – wann genau, ist uneinheitlich überliefert, die Angaben schwanken zwischen 1910 und etwa 1917. Das Fabrikgebäude steht bis heute.
Den Namen der heutigen Marke wählte José Seijas als Verbeugung vor dieser Vorgeschichte. Er ehrt die traditionelle dominikanische Zigarrenherstellung, und die Anregung dazu fand Seijas in Büchern über eben jene historische Fabrik.
Die Rückkehr über La Romana
Wer die Marke zurückholte, hatte eine vollständige Laufbahn hinter sich. Die Consolidated Cigar Corporation stellte José A. Seijas 1974 im Alter von 24 Jahren ein; er begann in Qualitätskontrolle und Erntenanalyse. Ende der 1970er-Jahre wechselte er für rund drei Jahre nach Las Palmas auf Gran Canaria, dann kehrte er nach La Romana zurück. Bei der Tabacalera de García blieb er fast vier Jahrzehnte und stieg zum Vice President of Operations und Master Blender auf. Anfang der 1990er-Jahre baute er dort das interne Blending-Team auf und wurde Mentor der Maestros Ligadores. Im Jahr 2000 trug eine Blendlinie seinen Namen – eine seltene Ehrung, die später noch einmal eine Rolle spielen sollte.
Zum Jahreswechsel 2011/2012 zog sich Seijas aus der operativen Führung zurück. Im September 2012 eröffnete er mit den Geschäftspartnern Charlie und Rubin Gonzalez eine kleine Fabrik in La Romana, unweit seiner früheren Arbeitsstätte. 2013 wurde daraus das Familienunternehmen Matilde Cigars, gegründet gemeinsam mit seinen Söhnen Ricardo und Enrique; 2014 kam die erste Linie auf den Markt. Die Jahresproduktion bleibt bis heute bewusst klein – rund 250.000 Zigarren, gemessen an Seijas' früherem Arbeitsplatz ein verschwindender Bruchteil und genau so gemeint.
José A. Seijas starb am 6. November 2024 im Alter von 74 Jahren. Er war 27 Jahre mit seiner Frau Carmen verheiratet und hinterließ drei Kinder – Karen, Ricardo und Enrique – sowie sechs Enkelkinder. Sohn Enrique Seijas, geboren 1984 in La Romana, verantwortet Marketing und Produktentwicklung und führt die Marke seither fort; er wird auch als Mitgründer geführt. Nach Deutschland kommt Matilde über den Importeur Kohlhase & Söhne aus Rellingen bei Hamburg, geführt von den Brüdern Adam und Daniel Kohlhase.
Fünf Dinge, die der Nachruf von Cigar Aficionado über José A. Seijas sagt
Cigar Aficionado hat den Werdegang des Markengründers nach dessen Tod in einem Nachruf zusammengefasst. Fünf Punkte daraus:
- Er kam aus der Hauptstadt, nicht aus dem Tabakgürtel. José A. Seijas wurde am 28. September 1950 in Santo Domingo geboren – nicht in Santiago oder La Romana, den beiden Orten, die seine spätere Arbeit prägen sollten.
- Ingenieur, nicht Politiker. Seijas studierte Industrietechnik. Eine ihm angebotene Politikkarriere lehnte er ab. Der technische Zugriff auf Prozesse blieb sein Werkzeug – Zigarrenbau war für ihn zuerst eine Frage der Organisation.
- 1984 stellte er eine ganze Fabrik um. Bei der Tabacalera de García in La Romana stieg er zum Vice President of Operations und Master Blender auf und leitete 1984 die Umstellung des Werks von maschineller Produktion auf handgerollte Premium-Zigarren. Das ist der Bruch, an dem sich die dominikanische Premiumfertigung entschied.
- Bis zu 60 Millionen Zigarren im Jahr. Unter seiner Leitung entwickelte sich das Werk zur weltgrößten Fabrik für handgerollte Premium-Zigarren. 2012 wurde Seijas in die Cigar Aficionado Hall of Fame aufgenommen.
- 27 Jahre, drei Kinder, sechs Enkel. Der Nachruf hält auch das Private fest: 27 Ehejahre mit Carmen, dazu die drei Kinder Karen, Ricardo und Enrique und sechs Enkelkinder.
Quelle: Cigar Aficionado: „José A. Seijas: 1950–2024“
Drei Fabriken, drei Kapitel
Wo eine Matilde gerollt wurde, verrät ihre Linie. Zweimal hat die Marke den Fertigungsort gewechselt, und beide Wechsel sind an den Produkten ablesbar.
Kapitel eins schrieb die eigene kleine Fabrik in La Romana. Dort galt eine bestimmte Deckblatttechnik: ein einzelner Schnitt am Blatt, vom Fuß zum Kopf entlang der Blattkante geführt, unter Vermeidung starker Blattadern. Anschließend lagen die fertig gerollten Zigarren 90 Tage im Alterungsraum, bevor sie das Haus verließen. Das erste Projekt des Werks war keine eigene Marke, sondern eine Auftragsproduktion für einen anderen dominikanischen Hersteller.
Kapitel zwei gehört der Tabacalera Palma in Tamboril bei Santiago, wohin die Fertigung der Kernlinien später wanderte. Kapitel drei begann 2021 mit der Tabacalera La Isla in Santiago de los Caballeros – einem Werk, das zu diesem Zeitpunkt seit weniger als einem Jahr Zigarren rollte. Gegründet hatte es Hostos Fernández Quesada, zuvor in der Fabrik seiner Familie tätig. Dort entstehen seither die Limited-Exposure-Serie und die späteren Sonderausgaben.
Rund 196 Millionen handgefertigte Premium-Zigarren produziert die Dominikanische Republik nach Branchendaten pro Jahr und exportiert sie in knapp 150 Länder – weltweit Platz zwei. Matilde steuert dazu einen Bruchteil bei. Das ist kein Nachteil, sondern die Geschäftsgrundlage: Enrique Seijas hat die Firmenphilosophie einmal auf den Umgang mit den Rollern zurückgeführt – wer sie wie Familie behandle und dafür sorge, dass sie zufrieden seien, bekomme am Ende eine gute Zigarre.
Die Serien: woran sich das Sortiment tatsächlich teilt
Serena – die milde Auslegung
Mit Serena, „der Ruhigen", holte Matilde im August 2016 das erste in Ecuador angebaute Connecticut-Deckblatt ins Sortiment. Enrique Seijas hat den Zweck der Linie unmissverständlich benannt: Sie sollte das mildere Angebot im Portfolio sein. Der ursprüngliche Blend legt dieses helle Deckblatt über dominikanisches Umblatt und eine Einlage aus drei dominikanischen und einer nicaraguanischen Tabaksorte. Die amerikanische Fachpresse gab der Toro Bravo im Mai 2017 89 Punkte und beschrieb braunen Zucker, Ahorn und Vanilleschote. Ein spanischsprachiger Verkostungsblog notierte 2019 für dasselbe Format Holz, Rum, Pfeffer, Kaffee und Kakao im kalten Zug, grünen Pfeffer und feuchte Erde im Mittelteil, cremiges Holz, Mandeln, Zitrone und Kaffee zum Schluss.
Im November 2022 kam die Maduro-Variante dazu: mexikanisches San-Andrés-Deckblatt, im Inneren ein dominikanisches Criollo-98-Einlageband anstelle des bisherigen Olor-Bands. Zum Bild gehört auch der Gegenbefund – eine Verkostung vom Mai 2023 gab der Serena Maduro Robusto 86 Punkte und vermerkte Unregelmäßigkeiten bei Zug und Abbrand. Im Sortiment ist Serena die breiteste Linie; sie reicht von der kleinen Perla bis zur Grande.
Oscura – die dunkle Gegenposition
Die dunkelste Auslegung der Marke heißt Oscura, 2015 als kräftigere Ergänzung eingeführt: mexikanisches San-Andrés-Maduro-Deckblatt, Sumatra-Umblatt, Einlage aus der Dominikanischen Republik, Nicaragua und Pennsylvania. Woher das Umblatt stammt, beantworten die Quellen unterschiedlich – die einen führen es auf Ecuador zurück, die anderen auf Indonesien; beide Angaben stehen nebeneinander. Ein spanischsprachiger Verkostungsblog gab der Robusto 2019 85 von 100 Punkten und beschrieb ein pfeffriges erstes Drittel, gefolgt von Erde, Karamell und Espresso, bei gleichmäßigem Abbrand. Angeboten wird die Linie als Corona, Robusto und Toro Bravo.
Quadrata – die gepresste
Quadrata, lateinisch für „quadratisch", debütierte im Juli 2016 als erste vollständig boxgepresste Linie der Marke. Die Form entsteht in zwei Schritten: Der Wickel wird zunächst in Holztrunks vorgepresst und danach eng in Schiebedeckel-Kisten verpackt, damit er sie behält. Das Deckblatt stammt aus Ecuador, das Umblatt aus der Dominikanischen Republik, die Einlage aus drei dominikanischen und einer nicaraguanischen Sorte.
Die Fachpresse gab der Torpedo im Oktober 2016 90 Punkte – kräftiger Kaffee und Toast mit Cayenne-Schärfe und Karamellsüße –, der Toro Bravo 89 Punkte mit würzig-ledrigem Auftakt und Kakaopulver im Abgang. Ein amerikanischer Verkostungsblog kam bei der Robusto auf 93 von 100 Punkten: Filterkaffee, Kakaopulver, Zeder, gesalzene Nüsse, Leder. Eine spanischsprachige Verkostung gab der Torpedo 92 Punkte bei rund 95 Minuten Rauchzeit. Wer die gepresste Form sucht, findet sie hier und in der übergreifenden Gruppe.
Limited Exposure – die begrenzte Reihe
Auf der PCA-Messe in Las Vegas debütierte die Limited-Exposure-Serie im Juni 2021, im September 2021 ging sie in den Versand. No. 1 trägt ein mexikanisches San-Andrés-Deckblatt über komplett dominikanischem Umblatt und dominikanischer Einlage, darunter Piloto und Corojo; die Auflage lag bei 250 Kisten zu je 20 Stück. Mit ihr verließ Matilde erstmals die Tabacalera Palma – gerollt wurde in der Tabacalera La Isla.
No. 2 dreht das Deckblatt um: ecuadorianisches Corojo über einem dominikanischen Umblatt, die Einlage wieder komplett dominikanisch, darunter Criollo 98, Corojo und Piloto, limitiert auf 350 Kisten. Die Fachpresse vergab im Juni 2022 89 Punkte und beschrieb blumig-nussigen Rauch mit Melasse, Holz und zunehmend intensivem Ingwer; ein amerikanischer Verkostungsblog kam auf 94 Punkte bei rund einer Stunde und 45 Minuten Rauchzeit. Beide Ausgaben erschienen als Toro und als Lonsdale – ein Format, das in dieser Kategorie nur zweimal vorkommt.
Die Widmungen: Special Edition und Para José Seijas
Zwei Ausgaben stehen außerhalb der regulären Linien, und beide gelten dem Gründer. Die Special Edition von 2024 ist ein Toro im Maß 6 x 50: ecuadorianisches Sumatra-Deckblatt, nicaraguanisches Umblatt aus der Region Jalapa, eine Einlage aus der Dominikanischen Republik und aus Nicaragua, aus Estelí – und erstmals bei Matilde aus Peru, mit der Sorte Pelo de Oro. Den Grund hat Enrique Seijas selbst genannt: Es sei die erste Matilde mit peruanischem Tabak, sein Vater habe peruanischen Tabak geliebt, und die Zigarre solle ihn ehren. Für den Blend griff er nach eigener Aussage auf Elemente jener Signature-Serie zurück, die im Jahr 2000 nach seinem Vater benannt worden war. Die erste Lieferung umfasste rund 5.000 Zigarren.
Nach dem Tod des Gründers folgte im April 2025 „Para José Seijas", ein Toro im Maß 6 x 52 und die einzige Größe dieser Ausgabe: ecuadorianisches Deckblatt, dominikanisches Umblatt, dominikanische Einlage, gefertigt in der Tabacalera La Isla und mindestens ein Jahr nach dem Rollen gelagert, bevor sie verpackt wurde. Die Erstauflage umfasste 750 Kisten zu je 20 Stück, also 15.000 Zigarren; eine jährliche Wiederauflage ist vorgesehen. Von jeder verkauften Kiste geht ein fester Betrag an die dominikanische Parkinson-Stiftung FUNDOCONEDEP. Enrique Seijas über den Anlass: „Family was the cornerstone of our father's existence."
Renacer – das erste Kapitel der Marke
Am Anfang stand Renacer, spanisch für „Wiedergeburt" und Name für die Rückkehr der Marke: dominikanische Einlage mit etwas nicaraguanischem Tabak, dominikanisches Umblatt, ecuadorianisches Deckblatt. Gestartet wurde 2014 mit vier Formaten – Corona, Robusto, Toro Bravo und Grande –, und die gerollten Zigarren reiften 90 Tage nach. Die Corona holte bei der amerikanischen Fachpresse 92 von 100 Punkten und 2014 Platz 19 der Top-25-Liste des Jahres, mit Noten von Kaffee, Holz, Gewürz und Kakao im Abgang. Im November 2019 bekam die Linie eine neue Verpackung; Blend und Fertigungsstätte blieben unverändert.
Deckblatt, Umblatt, Einlage: die eigentlichen Trennlinien
Eine einzige Angabe entscheidet, wie weit zwei Matilde-Zigarren auseinanderlaufen: das Deckblatt. Bei der Deckblattherkunft stehen nur zwei Länder im Datenblatt: Ecuador führt mit zehn Artikeln, Mexiko folgt mit acht. Beim Deckblatttabak steht Connecticut Shade mit vier Nennungen vorn, danach San Andrés und Maduro mit je zwei, Corojo mit zwei sowie Sumatra und Connecticut mit je einer. Das ist die ganze Bandbreite der Marke in einer Zeile: vom hellen, schattengezogenen Blatt bis zum dunklen mexikanischen Maduro. Wer die helle Auslegung sucht, findet sie in der Connecticut-Gruppe; wer die dunkle bevorzugt, in der Maduro-Gruppe; das ecuadorianische Sumatra-Deckblatt der Widmungsausgabe hat eine eigene Gruppe.
Das Umblatt trennt die Linien noch schärfer, weil es seltener wechselt. Zehn Artikel führen ein dominikanisches Umblatt, drei ein Sumatra-Umblatt, drei ein dominikanisches Criollo, einer ein nicaraguanisches und einer einen dominikanischen Olor. Diese fünf Werte sind praktisch eine Landkarte der Serien: Sumatra steht für Oscura, Criollo für die Maduro-Erweiterung der Serena, das nicaraguanische Umblatt für die Widmungsausgabe, das dominikanische für Renacer, Quadrata und die Limited-Exposure-Reihe.
Bei der Einlage ist die dominikanisch-nicaraguanische Mischung die Hausbasis: zehn Artikel. Rein dominikanisch folgt mit vier; drei Artikel führen zusätzlich US-Tabak, einer zusätzlich peruanischen. Der Befund ist eindeutig: Die rein dominikanische Einlage gehört den limitierten Ausgaben, US-Tabak und peruanischer Tabak markieren die beiden Ausreißer nach oben. Alle Artikel sind der Dominikanischen Republik zugeordnet, fast alle stehen zugleich in der Longfiller-Gruppe.
Maße: Ringmaß, Länge, Durchmesser
Der Schwerpunkt dieser Kategorie liegt bei Ringmaß 50. Das Ringmaß zählt Vierundsechzigstel Zoll: Ringmaß geteilt durch 64, mal 25,4 Millimeter – für 50 ergibt das 19,84 Millimeter. Acht Artikel führen diesen Wert, vier den Wert 54, zwei den Wert 44, je einer die Werte 60, 52, 43, 42 und 40. Der gemessene Durchmesser spiegelt das: 19,8 Millimeter bei acht Artikeln, 21,4 bei vier, 17,5 und 16,7 bei je zwei, 20,6 und 23,8 bei je einem.
Bei der Länge führt 152 Millimeter mit sieben Artikeln, danach 165 und 133 Millimeter mit je vier sowie 140, 139, 127 und 102 Millimeter mit je einem. Bei den Formatnamen führt Robusto mit sechs Nennungen, gefolgt von Toro mit vier sowie Corona und Lonsdale mit je zwei; Torpedo, Toro Grande, Perla und Double Toro kommen je einmal vor. Acht Artikel dieser Kategorie stehen zugleich in der Robusto-Gruppe, vier in der Toro-Gruppe, zwei in der Corona-Gruppe.
Matilde ist damit eine Marke der mittleren bis dicken Ringmaße; schlanke Zuschnitte wie die Corona mit Ringmaß 44 bleiben die Ausnahme.
Aroma, Aromastärke und Rauchdauer
Die hinterlegten Aromaprofile lassen zwei Motivfamilien erkennen. Die größere ist cremig, meist mit Holz und Nuss: „cremig, Gras, Holz, Honig, Leder, Nuss" steht bei fünf Artikeln, „cremig, Holz, Kaffee, Karamell, Nuss, Pfeffer, Schokolade, süß" bei drei. Die zweite setzt statt auf Cremigkeit auf Leder und Pfeffer: „Leder, Nuss, Pfeffer, süß" steht bei drei Artikeln, zwei weitere Profile ergänzen Schokolade und Zedernholz. Zwischen diesen beiden Polen ordnen sich die Linien fast lückenlos ein – die helle Auslegung nach oben, die dunkle nach unten.
Eine Marke der Extreme ist Matilde dabei nicht. Bei der Aromastärke führt medium-aromatisch mit sieben Artikeln, danach folgen mild-aromatisch mit fünf und medium-kräftig mit drei: ein Kern in der Mitte, mit ausgebautem mildem Flügel. Wer bewusst nach unten sortieren will, findet die drei Artikel dieser Kategorie, die zugleich in der milden Gruppe stehen.
Bei der Rauchdauer führt die Angabe 60 bis 90 Minuten mit sieben Artikeln, dicht gefolgt von der weiteren Spanne 45 bis 90 Minuten mit sechs; drei Artikel tragen die engere Spanne 45 bis 60 Minuten, je einer 20 bis 45 Minuten, unter 20 Minuten sowie 90 Minuten oder länger. Die meisten Matilde-Zigarren bewegen sich damit zwischen einer Dreiviertelstunde und anderthalb Stunden. Eine spanischsprachige Verkostung maß bei der Quadrata Torpedo rund 95 Minuten, bei der Serena Corona rund 70 Minuten – Werte, die sich mit den hinterlegten Spannen decken. Praktisch entscheidet ohnehin Ihr Zugtempo.
Woran Sie die Unterschiede erkennen
Drei Griffe reichen, um die knapp 25 Artikel dieser Kategorie sinnvoll zu sortieren.
Erstens die Serie. Sie ist bei Matilde kein Etikett, sondern eine eigene Rezeptur mit eigenem Deckblatt: Serena hell und mild, Oscura dunkel und kräftiger, Quadrata gepresst und würzig, Limited Exposure limitiert und überwiegend dominikanisch, die Special Edition als Widmungsausgabe mit peruanischem Tabak in der Einlage.
Zweitens das Deckblatt. Ecuador mit zehn Artikeln und Mexiko mit acht markieren die beiden Pole; beim Deckblatttabak trennt Connecticut Shade mit vier Nennungen die helle Seite von San Andrés und Maduro mit je zwei auf der dunklen. Diese eine Angabe sagt mehr über den zu erwartenden Charakter als jede Formatbezeichnung.
Drittens das Umblatt, weil es bei dieser Marke die Serienzugehörigkeit fast eindeutig verrät: dominikanisch bei zehn Artikeln, Sumatra bei drei, dominikanisches Criollo bei drei.
Wer sich nicht festlegen will, findet in dieser Kategorie auch zwei Artikel, die zugleich in der Sampler-Gruppe stehen – der übliche Weg, mehrere Linien einer Marke nebeneinander zu stellen, statt sie nacheinander zu erraten.
Bleibt ein Vorbehalt: Auch bei sauber gebauter Rezeptur entscheidet die Rollung mit. Die Verkostungen zu dieser Marke reichen von 94 bis 85 Punkten; dazu kommt ein 86-Punkte-Befund mit ausdrücklich vermerkten Unregelmäßigkeiten bei Zug und Abbrand – bei einer Fertigung von rund 250.000 Zigarren im Jahr aus wechselnden Werkstätten ist beides plausibel. Die Serie sagt Ihnen, was gemeint war; die einzelne Zigarre sagt Ihnen, wie gut es an diesem Tag gelungen ist.