Milde Zigarren
Rund 1.100 Produkte stehen in dieser Kategorie, und sie teilen genau eine Eigenschaft: Sie sind auf der milden Seite der Stärkeskala gebaut. Rund 600 tragen im Datenblatt ausdrücklich den Wert „mild", vier den Wert „sehr mild". Weiterlesen: alles über milde Zigarren
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- Herkunft Dominikanische Republik
- Rauchdauer 20 bis 45 Min
- Format Robusto
- Deckblattherkunft Connecticut River Valley
- Einlage Dominikanische Republik
- Aroma Fruchtig, Gras, Pfeffer, Röstaromen
- Form Rund
- Herkunft Dominikanische Republik
- Rauchdauer 20 bis 45 Min
- Format Panetela
- Deckblattherkunft Ecuador
- Einlage Karibik
- Form Rund
- Herkunft Dominikanische Republik
- Format Torpedo
- Deckblattherkunft Ecuador
- Einlage Nicaragua
- Aroma Gras, Holz, Süß
- Form Rund
- Herkunft Dominikanische Republik
- Format Robusto
- Deckblattherkunft Mexico
- Einlage Dominikanische Republik, Honduras
- Form Rund
- Herkunft Dominikanische Republik
- Rauchdauer 90 Min oder länger
- Format Churchill
- Deckblattherkunft Ecuador
- Einlage Karibik
- Aroma Erdig, Fruchtig, Gras, Kaffee, Röstaromen, Süß
- Form Rund
- Herkunft Dominikanische Republik
- Format Toro
- Deckblattherkunft Ecuador
- Einlage Dominican Criollo, Java, Piloto
- Aroma Cremig, Erdig, Fruchtig, Nuss
- Form Rund
- Herkunft Dominikanische Republik
- Rauchdauer 20 bis 45 Min
- Format Short Panetela
- Deckblattherkunft Dominikanische Republik
- Einlage Dominikanische Republik
- Aroma Cremig, Gras, Holz, Nuss, Pfeffer, Süß
- Form Rund
- Herkunft Deutschland
- Rauchdauer 20 bis 45 Min
- Format Petit Corona
- Deckblattherkunft Sumatra
- Form Rund
- Herkunft Dominikanische Republik
- Rauchdauer 20 bis 45 Min
- Format Robusto
- Deckblattherkunft Dominikanische Republik
- Einlage Dominikanische Republik, Indonesien
- Form Rund
- Herkunft Dominikanische Republik
- Format Churchill
- Deckblattherkunft Mexico
- Einlage Dominikanische Republik, Honduras
- Form Rund
- Herkunft Dominikanische Republik
- Format Robusto
- Deckblattherkunft Connecticut River Valley
- Einlage Dominikanische Republik
- Aroma Holz, Leder, Röstaromen, Süß
- Form Rund
- Herkunft Dominikanische Republik
- Format Small Panatela
- Deckblattherkunft Ecuador
- Einlage Karibik
- Form Rund
- Herkunft Dominikanische Republik
- Rauchdauer 60 bis 90 Min
- Format Gigante
- Deckblattherkunft Dominikanische Republik
- Einlage Dominikanische Republik
- Aroma Gras, Holz, Süß, Würzig
- Form Rund
- Herkunft Dominikanische Republik
- Format Robusto
- Deckblattherkunft Ecuador
- Einlage Nicaragua
- Aroma Gras, Holz, Süß, Würzig
- Form Rund
- Herkunft Dominikanische Republik
- Rauchdauer 45 bis 60 Min
- Format Robusto
- Deckblattherkunft Ecuador
- Einlage Dominican Criollo, Java, Piloto
- Aroma Cremig, Erdig, Fruchtig, Nuss
- Form Rund
- Herkunft Deutschland
- Rauchdauer kürzer als 20 Min
- Format Cigarillo
- Form Rund
- Herkunft Dominikanische Republik
- Rauchdauer 20 bis 45 Min
- Format Petit Corona
- Deckblattherkunft Connecticut River Valley
- Einlage Dominikanische Republik
- Aroma Vanille
- Form Rund
- Herkunft Dominikanische Republik
- Format Corona
- Deckblattherkunft Mexico
- Einlage Dominikanische Republik, Honduras
- Form Rund
- Herkunft Dominikanische Republik
- Rauchdauer 60 bis 90 Min
- Format Churchill
- Deckblattherkunft Ecuador
- Einlage Dominikanische Republik
- Aroma Cremig, Holz, Nuss
- Form Rund
- Herkunft Dominikanische Republik
- Rauchdauer 20 bis 45 Min
- Format Corona
- Aroma Fruchtig, Gras, Süß
- Form Rund
Mild: rund 1.100 Zigarren, die eine einzige Entscheidung teilen
Die Entscheidung über die Stärke ist gefallen – wer auf dieser Seite gelandet ist, hat sie bereits getroffen.
Alles andere steht offen. Rund 110 Marken teilen sich die Kategorie, das Deckblatt kommt aus gut 20 Herkünften, die Einlage ist in gut 60 Länderkombinationen hinterlegt, das Umblatt in knapp 30. Dazu knapp 300 Aromabeschreibungen, gut 55 Formatnamen, rund 75 Serienbezeichnungen. Zwei milde Zigarren aus diesem Bestand können also wenig mehr gemeinsam haben als die Zurückhaltung, mit der sie gebaut wurden.
Was „mild" im Blend tatsächlich bedeutet
Die Blattstufen entscheiden, nicht das Etikett
Milde Zigarren enthalten nicht weniger Tabak, sondern andere Blätter. Die Tabakpflanze wird in Stockwerken geerntet, den sogenannten Primings, und jede Etage bringt ein eigenes Profil mit. Ganz oben sitzt das Ligero: dick, dunkel, nikotinstark, intensiv im Aroma – und schlecht im Abbrand. In der Mitte liegt das Seco, die aromatische Mittelklasse mit sehr gutem Abbrand, deren Aufgabe darin besteht, das Aroma eines Blends auszubalancieren. Unten wächst das Volado: dünn, sehr mild, vor allem für die Brennbarkeit zuständig.
Die kubanische Systematik gibt dieser Ordnung Zahlen. Auf der Fortaleza-Skala steht 1 für Volado, 2 für Seco, 3 für Ligero und 4 für Medio Tiempo. Volado gilt dort als Blatt „mit der geringsten Stärke" und als sehr wichtig für den guten Abbrand, das Seco als Blatt mittlerer Stärke „mit großem Einfluss auf das Aroma". Darin steckt der Grund, warum mild und aromenarm nicht dasselbe sind: Nicht das kräftigste Blatt trägt den meisten Geschmack, sondern das mittlere.
Eine gängige Blender-Faustregel setzt eine Einlage aus 50 bis 60 Prozent Seco und Viso für zuverlässigen Brand und Aroma an, dazu 20 bis 40 Prozent Ligero für Stärke. Je höher der Seco-Anteil, desto kühler und leichter raucht die Zigarre. Milde Blends verschieben dieses Verhältnis konsequent nach unten in die Pflanze.
Das Schema zeigt die drei Blattstufen der Tabakpflanze mit ihrer Stufe auf der Fortaleza-Skala und macht sichtbar, dass milde Blends ihren Schwerpunkt bei Seco und Volado aus der Mitte und von unten haben, während das Ligero von oben sparsam eingesetzt wird. Der zweite Hebel: Zeit
Je länger ein Tabak fermentiert, desto weniger Stärke bleibt in ihm. Milde Ware ist deshalb oft die, die am längsten gelegen hat – nicht die, die am wenigsten bekommen hat. Blatt-Lieferanten in Ecuador fermentieren Deckblatttabake bis zu einem Jahr, und je höher das Priming, desto länger dauert es. Was Blattstufe und Fermentation am Ende ergeben, heißt Ligada: die Kombination der Blattsorten in Einlage und Umblatt, die den typischen Geschmack einer Marke ausmacht. Mild ist eine Rezeptur, keine Verdünnung.
Fünf Dinge, die „Secrets of Connecticut Shade" über das mildeste Deckblatt sagt
Cigar Aficionado ist unter diesem Titel dem Deckblatt nachgegangen, das mehr milde Zigarren prägt als jedes andere. Fünf Punkte daraus:
- Alles begann mit einem Tuch im Jahr 1900. Das erste Schattenzelt für Tabak in Connecticut wurde 1900 errichtet – der Beginn des Connecticut-Shade-Anbaus, der bis heute als Synonym für milde Deckblätter gilt.
- Das Gewebe entscheidet über das Profil. Connecticut-Shade wächst unter Nylon-Gewebebahnen, die das Sonnenlicht filtern. Das Ergebnis: ein dünnes, feinadriges, goldbraunes Blatt mit mildem, cremigem Profil.
- Auch die Düngung steuert die Blattfarbe. Der Traditionsbetrieb O.J. Thrall in Connecticut düngt seine Shade-Felder mit rund 4.000 Pfund organischem Baumwollsaatmehl pro Acre – die Nährstoffbalance entscheidet mit über die Farbe des fertigen Blatts.
- Die Trocknungsdauer ist der dritte Regler. Wie mild ein Connecticut-Deckblatt schmeckt, hängt auch davon ab, wie lange es hängt: General Cigar trocknet helle Shade-Deckblätter mindestens 50 Tage, dunklere mindestens 60 – fermentiert wird erst danach, in der Dominikanischen Republik.
- US- und Ecuador-Connecticut schmecken unterschiedlich mild. Der Unterschied sitzt im Grundton, sagt Davidoff-Masterblender Hendrik Kelner: US-Connecticut-Shade beginnt bitterer, Ecuador-Connecticut kommt milder und neutraler aus dem Blatt – und ist schneller einsatzbereit.
Quelle: Cigar Aficionado: „Secrets of Connecticut Shade“
Das Deckblatt: die sichtbarste Trennlinie
Ecuador deckt rund 220 Produkte dieser Kategorie und führt damit deutlich, gefolgt vom Connecticut River Valley mit knapp 100, der Dominikanischen Republik und Sumatra mit je rund 60, den USA mit rund 35, Honduras und Brasilien mit je knapp 30, Nicaragua mit knapp 20 sowie Mexiko und Kuba mit je gut einem Dutzend.
Beim Deckblatttabak selbst wird das Bild noch eindeutiger: Connecticut Shade steht bei rund 200 Produkten, Connecticut Seed bei gut 40 und schlicht „Connecticut" bei rund 35 – zusammen die mit Abstand größte Gruppe, vor Sumatra (knapp 20), Maduro (rund 15), Sandblatt (12), Subido Shade und Broadleaf (je 7).
Warum ausgerechnet Connecticut
Ein Tuch über dem Feld verändert das Blatt. Das erste Schattenzelt stand an der River Street in Windsor. Angebaut wird im Connecticut River Valley über Connecticut, Massachusetts und das südliche Vermont hinweg. Die Stoffbahnen – früher Baumwolle, heute Kunstfaser – streuen das Sonnenlicht und halten die Luftfeuchtigkeit. Heraus kommt ein dünneres, elastischeres, feinadriges Blatt, heller und gleichmäßiger gefärbt als sonnengereifter Tabak. Geerntet wird in Primings zu je drei Blättern von unten nach oben, von Anfang Juli bis September; zwei Saatgut-Sorten dominieren, die seit 1982 gepflanzte, krankheitsresistente 8212 und die ältere 211 mit kleineren, goldbraun trocknenden Blättern.
Echtes US-Connecticut ist allerdings knapp geworden. Die Anbaufläche schrumpfte von über 20.000 Acres in den 1920er Jahren auf rund 2.000 Acres Mitte der 2000er, etwa 700 Acres im Jahr 2011 und schließlich 35 Acres im Jahr 2025 – auf einer einzigen Farm in Massachusetts. Dass hier knapp 100 Produkte das Connecticut River Valley führen, bekommt vor diesem Hintergrund Gewicht. Brick House legt ein echtes US-Connecticut-Shade-Deckblatt über die nicaraguanische Einlage, dazu ein Umblatt aus Connecticut-Broadleaf – daher der Name Double Connecticut. Rocky Patel deckt die Vintage Connecticut 1999 mit einem sieben Jahre gereiften Connecticut-Shade-Blatt über nicaraguanischem Umblatt und einer acht Jahre gereiften dominikanisch-nicaraguanischen Einlage.
Ecuador: Wolken statt Tuch
Ecuador spart sich das Tuch. Über den Anbaugebieten steht eine nahezu permanente Wolkendecke, die die künstlichen Schattenzelte ersetzt. Rund 500 Sonnenstunden pro Jahr werden für die Region genannt, und Elastizität und Glanz der Blätter führt man vor Ort genau darauf zurück. Bis zu 70 Prozent der weltweit verarbeiteten Deckblätter sollen von dort stammen.
Schmeckbar wird der Unterschied im Blatt selbst. Ein Hybrid-Connecticut wurde dort 1992 entwickelt; in Ecuador gezogenes Saatgut produziert dünnere Blätter mit neutralerem Geschmack – genau die Eigenschaft, die Connecticut-Deckblätter für milde Blends prädestiniert. Der vulkanische Boden macht das Blatt zugleich etwas reicher und von Haus aus süßer.
Wie stark ein Deckblatt trotz seines geringen Gewichtsanteils prägt, zeigt eine Zahl aus der Fertigung: Beim León Jimenes Connecticut macht es nur etwa 16 bis 17 Prozent der Gesamtmischung aus. In Austauschversuchen mit identischer Einlage kann der aromatische Unterschied zwischen zwei Deckblättern trotzdem bei bis zu 60 Prozent liegen – die beim Abbrand entstehenden flüchtigen Aromen stammen größtenteils vom Deckblatt.
Die dunkle und die indonesische Fraktion
Mild ist nicht gleich hell. Rund 60 Produkte tragen Sumatra-Deckblatt, knapp 30 brasilianisches, zehn sind allgemein als Indonesien ausgewiesen, sieben als Java. Das ist die Handschrift der europäischen Trockenzigarre: dunkleres Blatt, ohne deshalb kräftiger gebaut zu sein. Bei Candlelight, Partageno y Cia, Porfina, Meine und De Olifant stehen Sumatra- und Brasil-Varianten nebeneinander in derselben Serie. Rund 15 Produkte führen ausdrücklich Maduro als Deckblatttabak. Traditionell werden fünf Farbstufen unterschieden, von Claro bis Maduro – über die Stärke sagt keine davon etwas aus.
Herkunft: wo diese Kategorie produziert wird
Die Dominikanische Republik führt mit rund 350 Produkten, danach folgen Deutschland mit rund 90, Nicaragua mit rund 70, Honduras mit rund 35, die Niederlande mit knapp 30 und Kuba mit knapp 15; dahinter Belgien (elf) und Costa Rica (neun).
Dominikanische Republik
Gut die Hälfte dieser Kategorie kommt aus der Dominikanischen Republik. Das ist Landesprofil, nicht Zufall der Sortimentspflege: Dominikanische Zigarren gelten als eher mild, kubanische als deutlich stärker. Das Land stellt jährlich mehr als 196 Millionen handgefertigte Premiumzigarren her und exportiert in 148 Länder; die Ausfuhren machen rund zehn Prozent der Landesexporte aus, Tabak gilt als Kulturgut der Nation.
Am Anfang steht La Aurora, gegründet am 3. Oktober 1903 vom damals 18-jährigen Eduardo León Jimenes in Guazumal bei Santiago de los Caballeros. Die milde Linie León Jimenes kam 1987 zu Ehren des Firmengründers und seines Bruders Herminio auf den Markt; ihr Connecticut-Blend stammt aus demselben Jahr, als ein Cameroon-Deckblatt durch Connecticut-Blatt ersetzt wurde. Masterblender Manuel Inoa nennt die Connecticut-Deckblätter „sehr eigen wegen ihrer Nussnoten"; als Aromen der Linie führt der Hersteller Holz, Kakao, Cremigkeit und Nüsse an, den Charakter beschreibt er als „sanft und ohne Überraschungen".
Ein zweiter Schwerpunkt liegt in La Romana. In der dortigen Tabacalera de García entstehen rund 40 Millionen handgefertigte Zigarren pro Jahr, darunter Vega Fina, Santa Damiana und Don Diego. Santa Damiana wurde 1992 als dominikanische Marke neu aufgelegt; die Gold Edition trägt ein Connecticut-Shade-Deckblatt über dominikanischem Umblatt und einer Einlage aus der Dominikanischen Republik und Honduras. Für die Don Diego Limited Edition 2025 ließ der Distributor Kopp Tobaccos ebenfalls dort fertigen: Ecuador-Connecticut-Deckblatt, dominikanisches Umblatt, Einlage aus der Dominikanischen Republik und Honduras, vom Hersteller offiziell mit Stärke 1 von 5 eingestuft.
Wie weit die Spannweite innerhalb einer milden Marke reicht, führt Vega Fina vor: Classic steht für den milden, ausgewogenen Stil, Serie 2 für eine rein dominikanische Mischung mit dunklem mexikanischem Deckblatt und mehr Intensität, die 1998er für mindestens drei Jahre gereifte Tabake aus fünf Anbaugebieten.
Nicaragua und Honduras: milde Blends aus kräftigen Ländern
Rund 70 Produkte stammen aus Nicaragua, rund 35 aus Honduras – Herkünfte, die man eher mit Kraft verbindet. Genau deshalb sind sie lehrreich: Hier entsteht Milde über Blattauswahl und Deckblatt, nicht über das Anbaugebiet. Die Oliva Connecticut Reserve kombiniert ein Ecuador-Connecticut-Deckblatt mit rein nicaraguanischem Umblatt und ebensolcher Einlage. Quorum Shade verdankt ihren Namen dem seidigen, goldblonden Ecuador-Connecticut-Deckblatt über Sumatra-Sungrown-Umblatt und nicaraguanischer Einlage; gerollt wird sie in der Fabrik PENSA in Estelí – derselben, in der auch Brick House entsteht.
Europa: die trockene Schule
Rund 90 Produkte kommen aus Deutschland, knapp 30 aus den Niederlanden, elf aus Belgien. Das ist eine eigene Tradition mit eigener Logik: trockengereifte Zigarren und Zigarillos, kleinere Formate, kürzere Rauchdauer. Villiger stellt die größte Marke der Kategorie; gegründet hat sie 1888 der 28-jährige Jean Villiger in Pfeffikon in der Schweiz. Nach seinem frühen Tod 1902 führte seine Frau Louise das Unternehmen weiter und gründete 1910 die deutsche Tochter in Waldshut-Tiengen. Heute stellt das Haus über eine Milliarde trockengereifte Zigarren europäischen Stils pro Jahr her und exportiert in 80 Länder. Die dominikanische Serie Villiger 1492 beschreibt der Hersteller selbst als „eher mild und sehr angenehm zu rauchen. Mit Aromen von Holz, Nuss und Toast".
In Bünde sitzt auch Arnold André, gegründet 1817, mit Fertigung am Stammsitz und in der Dominikanischen Republik. Aus diesem Haus kommen unter anderem Clubmaster, Handelsgold und Montosa; die Montosa-Zigarren werden in der Dominikanischen Republik handgerollt und in den Linien Claro, Maduro und Amarillo geführt. De Olifant und Hajenius stehen für dieselbe Bauweise in niederländischer Ausprägung.
Kuba stellt hier knapp 15 Produkte – eine kleine Herkunft und angesichts des Rufs der Insel die erklärungsbedürftigste. Milde ist dort eine Frage der Vitola und der Ligada, nicht des Landes: Dieselbe Fortaleza-Skala von 1 bis 4 erlaubt beides.
Umblatt, Einlage und Machart
Bei der Einlage führt die Dominikanische Republik mit rund 180 Produkten, danach Nicaragua mit knapp 70 und die Kombination aus beidem mit gut 60. Es folgen Brasilien plus Dominikanische Republik (rund 30), Dominikanische Republik plus Honduras (knapp 30) und Kuba (gut ein Dutzend). Fünf Produkte führen Burley und Virginia – die Handschrift der Zigarillo-Fertigung –, ebenso viele deklarieren die Einlage schlicht als „geheim".
Beim Umblatt liegt die Dominikanische Republik mit rund 210 Produkten vorn, vor Nicaragua (knapp 80), Indonesien (rund 50), Java (knapp 30), Ecuador (rund 25) und Honduras (knapp 25); gut 15 Produkte kombinieren Broadleaf und Connecticut, gut 15 arbeiten mit Bandtabak. Dass das Umblatt ein eigenes Werkzeug für Milde ist und nicht nur Verpackung, zeigt die Davidoff Grand Cru: Für sie wurde ein Umblatt aus einer Hybrid-Kreuzung entwickelt, angebaut in Ecuador – Feintuning über die zweite Schicht.
Bei der Machart stehen rund 370 Produkte als Longfiller im Datenblatt, rund 160 als Shortfiller, gut 70 als Mediumfiller und gut 20 als Sandwichfiller.
Format, Ringmaß und Rauchdauer
Der Cigarillo steht mit rund 100 Produkten an erster Stelle, gefolgt von Robusto (gut 90), Corona (knapp 80), Toro (gut 40), Churchill (knapp 40) und Petit Corona (rund 35), dahinter Panetela (knapp 30) und Short Robusto (gut 20). Eine Kleinformat-Kategorie ist das trotzdem nicht – sie hat nur einen ungewöhnlich starken kurzen Flügel.
Beim Ringmaß führt 50 mit rund 110 Produkten, danach 42 (rund 50), 52 (knapp 50), 38 (gut 30), 48 (knapp 30) sowie 54 und 43 (je gut 20). Bei der Länge dominiert 127 Millimeter mit gut 80 Produkten vor 152 Millimetern (knapp 60), 102 (rund 30) und 140 (knapp 30). Für die dickeren Maße spricht ein Argument aus der Praxis: Zigarren mit kleinem Ringmaß wirken oft harscher, weil der Rauch heißer ankommt; etwas dickere Formate erlauben kühleren Rauch. Die großen Formatgruppen stehen sortiert bereit: Robusto, Corona, Toro und Petit Corona.
Knapp 200 Produkte tragen die Angabe 20 bis 45 Minuten, rund 190 die Spanne 45 bis 90 Minuten, knapp 120 „kürzer als 20 Minuten", gut 55 die engere Spanne 45 bis 60 Minuten, je gut 30 „90 Minuten oder länger" und 60 bis 90 Minuten. Ein genormtes Messverfahren steht hinter diesen Angaben nicht, das Zugtempo entscheidet mit.
Aroma – und die Frage, ob zugesetzt wurde
Knapp 300 verschiedene Beschreibungen machen die Aromaangaben zum feinsten Raster dieser Kategorie, meist Kombinationen mehrerer Noten; die häufigste steht bei gerade einmal einem Dutzend Produkten. Aussagekräftiger sind die Einzelnoten, die darin wiederkehren. Vorn liegen süß und Holz, dahinter cremig, dann Nuss, erdig und Gras – die cremig-süße, holzige Seite prägt das Bild. Röstig-würzige Noten wie Kaffee, Pfeffer, Gewürze, Leder und Schokolade kommen deutlich seltener vor.
Streng davon zu trennen ist die zugesetzte Aromatisierung. Rund 40 Produkte sind aromatisiert, knapp die Hälfte davon mit Vanille; Rum und Cognac folgen mit je drei, dazu kommen einzelne Noten von Kaffee und Schokolade über Früchte bis Menthol – insgesamt knapp 20 Aromarichtungen. Das ist eine bewusste Zutat und nicht das Ergebnis der Tabakmischung.
Ein drittes Bild zeichnet die separat gepflegte Aromastärke: Rund 290 Produkte gelten als mild-aromatisch, knapp 230 als medium-aromatisch, rund 25 als sehr mild, rund 15 als medium-kräftig, eines als kräftig. Milde Zigarren reichen geschmacklich also bis in die Mitte. Dass mild und aromenreich zusammengehen, sagen die Hersteller selbst: Die milde Stufe wird als „leichte, elegante und harmonische" Erfahrung mit cremigen und süßen Noten beschrieben, nicht als Geschmacksarmut. Der langjährige Davidoff-Masterblender Hendrik Kelner formulierte es so, dass die Zigarre alle vier Geschmackszonen der Zunge stimuliert – Geschmack ist für ihn eine eigene Dimension, unabhängig von der Stärke.
Das Schaubild zeigt das Verhältnis der fünf Stufen der Aromastärke („Würze“) im Sortiment: Die meisten Produkte gelten als mild-aromatisch oder medium-aromatisch, die Ränder von sehr mild bis kräftig sind dünn besetzt. Marken, Serien und Handschriften
Unter den rund 110 Marken stellt Villiger mit rund 35 Artikeln die meisten, danach folgen Woermann Cigars mit knapp 20, Davidoff und Quisqueya mit je gut 15, Casa de Torres, Samaná und Vega Fina mit je rund 15, Clubmaster mit knapp 15 sowie Quorum, Partageno y Cia und De Olifant mit je gut einem Dutzend. Santa Damiana, Dalay, Marca Fina, PDR und Leonel stehen bei je 12, León Jimenes bei 11.
„Classic" führt bei den Serienbezeichnungen mit rund 85 Produkten quer über die Marken hinweg – ein Hinweis darauf, wie oft die milde Auslegung die Stammlinie einer Marke ist und nicht die Nebenlinie. Dahinter stehen „Connecticut" mit knapp 20, „Classic Line" mit rund 15, „Maduro" mit 12 sowie „Natural" und „1492" mit je 11. Connecticut taucht dabei quer durchs Sortiment als eigene Linie auf: bei Camacho, Casa de Garcia, Kristoff, Leonel und Rocky Patel jeweils als ausgewiesene Connecticut-Ausführung.
Handschriften erklärt aber erst die Blender-Ebene, weil sie über Markengrenzen hinweg wirkt. Als Macher hinterlegt sind Arnold André bei gut einem Dutzend Produkten, Abe Flores bei neun, Rocky Patel bei sechs sowie Oscar Valladares, Maya Selva und Eladio Diaz bei je fünf. Wie viel Erfahrung in einer konstant milden Mischung steckt, hat Kelner auf den Punkt gebracht: Konsistenz hänge von vollständigem Wissen ab, weil jede Ernte anders ausfalle. Seine Fabrik in der Dominikanischen Republik startete 1984 mit sechs Mitarbeitern und beschäftigte gut drei Jahrzehnte später rund 530 Menschen; bei Davidoff laufen pro Jahr rund 17 Millionen Zigarren mit Ecuador-Connecticut-Deckblatt durch.
Woran Sie die Unterschiede erkennen
Drei Griffe reichen, um die rund 1.100 Produkte sinnvoll zu sortieren.
Erstens die Deckblattherkunft. Ecuador steht für das neutrale, feine, gleichmäßige Blatt, das Connecticut River Valley für die knapper gewordene Originalauslegung mit etwas herberem Grundton. Sumatra, Brasilien und Java markieren die dunklere, europäisch geprägte Seite derselben Kategorie.
Zweitens die Herkunft von Einlage und Umblatt. Dominikanische und nicaraguanische Einlagen markieren die Pole, die Mischung aus beidem die Mitte. Wer weiß, dass die Milde nicaraguanischer und honduranischer Blends aus der Blattauswahl kommt und nicht aus dem Anbaugebiet, liest solche Angaben anders.
Drittens Format und Machart. Longfiller gegen Shortfiller, Cigarillos gegen Robustos, unter zwanzig gegen ab neunzig Minuten Rauchdauer: der Unterschied zwischen einer Zigarre für zwischendurch und einer für den Abend. In der Praxis entscheidet er mehr als jede Aromabeschreibung.
Ein vierter Blick lohnt sich obendrein: Prüfen Sie, ob unter „aromatisiert" ein Wert steht. Wer den Tabak schmecken will, sortiert diese rund 40 Produkte weg; wer die zugesetzte süße Note sucht, findet hier vor allem Vanille.