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Humidor für die aromasichere Zigarrenlagerung

Zigarren bewahren ihre Qualität und ihr Aroma über längere Zeit nur in einem speziellen Mikroklima mit einer relativen Luftfeuchtigkeit von etwa 65 bis 75%. Dieses Mikroklima wird in einem sogenannten Humidor erzeugt, der zudem dafür sorgt, dass der Tabak nicht durch Fremdaromen beeinträchtig wird. Dafür muss er einige Grundanforderungen erfüllen. Ansonsten gibt es Humidore in verschiedenen Größen, Ausführungen und Materialien, passend für jeden Anspruch, Geschmack und Platzbedarf.

Hochwertige Zigarren stammen meist aus tropischen und subtropischen Gefilden. Im warmen und feuchten Klima und entsprechender Sonneneinstrahlung kann der Tabak eine größere Vielfalt und Feinheit von Aromen entwickeln als in unseren Breiten. Bei der Trocknung und Fermentation des Tabaks wird den Blättern nur so viel Feuchtigkeit entzogen, dass sie nicht verfaulen und die Aromen entwickelt und konserviert werden. Um aus den Blättern Zigarren rollen zu können, müssen sie geschmeidig bleiben, wofür eine gewisse Restfeuchtigkeit sorgt. Im tropischen Klima mit einer Luftfeuchte von konstant um die 70 Prozent herrschen ideale Bedingungen dafür, weshalb die meisten Zigarren dort hergestellt werden. Gelangen die Zigarren dann nach Deutschland, sind sie stark schwankender Luftfeuchtigkeit und in Gebäuden häufig trockenem Klima ausgesetzt. Trocknet der Tabak zu stark aus, kann zum einen das Deckblatt schneller reißen, wodurch die Zigarre unbrauchbar wird. Zum anderen brennt eine trockene Zigarre schneller und entwickelt einen aggressiven, leicht bitteren Geschmack. In einem richtig konstruierten und eingerichteten Humidor bewahrt die Zigarre Konsistenz und Aroma auch über Jahre hinweg. Einige Zigarren werden sogar zur Lagerung empfohlen, bevor man sie konsumiert, denn erst durch Reifung entwickeln sie ihre ganze Komplexität.

Anforderungen an Humidore

Beim Kauf eines Humidors sollten Sie zunächst überlegen, wie viele Zigarren Sie regelmäßig lagern möchten und wo diese verfügbar sein sollen. Für den heimischen Bedarf eines Gelegenheits-Aficionados genügt beispielsweise ein Tischhumidor, der bis zu 100 einzelne Zigarren fasst. Mehr Zigarren und ganze Kisten passen in einen Standhumidor in Kasten- oder Schrankform. Wer mit seinen Zigarren viel unterwegs ist, kann einen Reisehumidor gut gebrauchen. Achten Sie darauf, wie viele Zigarren der Humidor fasst und ob sich der Innenraum nach Ihrem Bedarf unterteilen lässt.

Genauso wichtig ist die Konstruktionsweise des Humidors. Tisch- und Standhumidore bestehen entweder aus einem Grundgerüst aus mitteldichter Faserplatte (MDF), die außen mit Furnier verkleidet ist, oder aus Massivholz oder Kunststoff.

  • Die Konstruktion muss stabil und verzugsfest sein.
  • Der Humidor sollte sich zuverlässig schließen lassen und feuchtigkeitsdicht jedoch nicht hermetisch luftdicht sein.
  • Quadrantscharniere aus Messing sind ein Qualitätskriterium.
  • Humidore sollten innen – besonders bei Holzkonstruktionen – mit spanischem Zedernholz (spanische Zedrele) ausgekleidet sein.

Das Zedernholz sorgt für einen Feuchtigkeitsausgleich, bewahrt das Aroma der Zigarren und hält Schädlinge fern. Auch die Tablare und Rippen zum Unterteilen des Innenraums sollten aus diesem Holz gefertigt sein. Es neigt jedoch zum Ausharzen, was beim Kauf und bei der Benutzung regelmäßig überprüft werden muss.

Weiterhin sollten Sie auf ein dem Fassungsvermögen angepasstes Befeuchtungssystem achten. Viele Tischhumidore sind noch mit Schwammsystemen ausgestattet, die einige Nachteile mit sich bringen können. Effektiver, sicherer und teilweise auch platzsparender sind Befeuchtungssysteme aus Acrylpolymer oder leicht austauschbare Befeuchterbeutel. Größere Standhumidore verfügen häufig über ein automatisches Befeuchtungssystem. Um die Luftfeuchtigkeit regelmäßig kontrollieren zu können, sollte ein Humidor mit einem Hygrometer ausgestattet oder ergänzt sein.

Vielfalt in Material und Design

So verschieden wie die Geschmäcker der Aficionados, so groß ist auch die Auswahl an Materialien und Designs: Am häufigsten liegen Holz- oder Faserplatten-Konstruktionen zugrunde, die mit verschiedenen Materialien verkleidet sein können. Neben Holzfurnier wird für das Äußere auch Kunststoff, Stein oder Glas verwendet. Es gibt auch Humidore ganz aus durchsichtigem Acrylglas oder Glas. Sofern diese mit Einlegern aus Zedernholz und Befeuchtungssystem ergänzt werden, erfüllen sie ihren Zweck. Für eine längere Lagerung und Reifung sollten die Zigarren vor direktem Tageslicht geschützt werden.

Reisehumidore besitzen häufig ein robustes, kofferartiges Gehäuse aus Leichtmetall oder Kunststoff. Besonders bei Kunststoffmodellen, die Tauchkoffern nachempfunden sind, sollten Sie darauf achten, die Feuchtigkeit im Humidor sorgfältig zu regulieren. Da die Koffer oft luftdicht sind, sollten Sie die Zigarren nicht zu lange darin zu lagern.